Biobauern von La Palma unterstützen Permakultur-Projektarbeit in Tansania

Im Laufe der Jahre haben sich an verschiedenen Orten Freundschaften ergeben
Im Laufe der Jahre haben sich an verschiedenen Orten Freundschaften ergeben

Seit 2009 ist der Oberösterreichische Permakultur-Berater Bernhard Gruber aus Neuhofen an der Krems immer wieder im nördlichen Tansania unterwegs. Im Laufe der Jahre haben sich zahlreiche Freundschaften mit lokalen Bauern und Permakultur-Interessierten ergeben.

Permakultur versteht sich als ein Planungskonzept für zukunftsfähige Lebensräume
Permakultur versteht sich als ein Planungskonzept für zukunftsfähige Lebensräume

Permakultur versteht sich als ein Gestaltungskonzept für zukunftsfähige Lebensräume im Einklang mit der Natur. Hauptaugenmerk liegt bei der Verwendung lokaler Ressourcen, Erhöhung der Biodiversität, Wassermanagement, Wiederherstellung der Bodenfruchtbartkeit dem Biolandbau entsprechend, Saatgutsouveränität und vielen anderen Dingen.

Dr. Peter Felesi wurde engagiert um ein ANAMED Naturheilkundetraining in Chumwi abzuhalten
Dr. Peter Felesi wurde engagiert um ein ANAMED Naturheilkundetraining in Chumwi abzuhalten

Vergangenes Jahr hat sich zufällig eine Kooperation mit der Biolandbaubewegung aus La Palma ergeben. Mit ihrer Unterstützung konnte in dem kleinen Dorf Chumwi, direkt am Victoria See ein ANAMED-Naturheilkundetraining in Zusammenarbeit mit Dr. Peter Feleshi, einem tansanischen Allgemeinmediziner, der sich der Naturheilkunde verschrieben hat, abgehalten werden.

550 Fruchtbäume wurden gekauft, an Kursteilnehmer und Schule weitergegeben
550 Fruchtbäume wurden gekauft, an Kursteilnehmer und Schule weitergegeben

Im Anschluss hielt Bernhard Gruber ein Permakultur-Training für die Kleinbauern des Dorfes. Über 550 Fruchtbäume wie Mango, Papaya, Moringa, Orangen, Limetten und Kokosnuss wurden in der 2 Stunden entfernten Stadt gekauft und auf holpriger Piste ins Dorf transportiert.

Die Kursteilnehmer des ANAMED- und Permakultur-Trainings in Chumwi
Die Kursteilnehmer des ANAMED- und Permakultur-Trainings in Chumwi

Die Bäume wurden an die Kursteilnehmer übergeben und ein Teil davon wurde in der lokalen Schule gemeinsam gepflanzt. Natürlich gäbe es noch viele weitere Aktivitäten hier zu unterstützen, zum Beispiel platzt die Schule aus allen Nähten, eine Klasse wird bereits im Freien im Schatten der Bäume unterrichtet oder auch der Bau der katholischen Kirche ist ins Stocken gekommen, da die Geldmittel ausgegangen sind.

Gemeinsam wurde unter anderem ein Wasserretensionsgraben angelegt
Gemeinsam wurde unter anderem ein Wasserretensionsgraben angelegt

Unser Fokus liegt in der Grundversorgung mit gesunden Lebensmittel und vielleicht finden sich ja auch noch mögliche weitere Unterstützer, welche sich der Schule oder der Kirche annehmen möchten, so Bernhard Gruber.

Frauen mit Brennholz im Hochland von Usambara, im Nordosten Tansanias
Frauen mit Brennholz im Hochland von Usambara, im Nordosten Tansanias

Weitere Reiseziele lagen dieses mal in Moshi, am Fuße des Kilimanjaro, wo die Aussenanlage eines Heimes für Kinder mit Behinderung geplant wurde, der Besuch der Usambara Hochebene im Nordosten Tansanias und Abschließend ein Brotbackofen-Bauworkshop im Permakultur-Institut auf der Gewürzinsel Sansibar. Begleitet von seinem Sohn Julian, wurden in 3 Wochen über 3000 km mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück gelegt.

Brotbackofen Bauworkshop im Permaculture Institute Zanzibar
Brotbackofen Bauworkshop im Permaculture Institute Zanzibar

Es war teilweise auch eine sehr beschwerliche Reise fern ab der Touristenpfade doch durften wir wieder selbst auch viel von den Menschen Tansanias lernen und viele schöne Momente mit ihnen erleben. Denn auch wir hier in Europa werden uns Alternativen für unsere Zukunft überlegen müssen um ihren Herausforderungen begegnen zu können.


Bilder von Chumwi am Victoria See


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Bilder vom Usambara Hochland


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Bilder von Sansibar


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Saria Anderson Entwicklungshilfe-Preisträgerin auf Permakultur-Expedition in Eggendorf

Oskar-Romero-Preisträgerin Saria Anderson aus Tansania besucht Waldgarten in Eggendorf
Oskar-Romero-Preisträgerin Saria Anderson aus Tansania besucht Waldgarten in Eggendorf

Saria Anderson Entwicklungshilfe-Preisträgerin auf Permakultur-Expedition in Eggendorf

Seit nunmehr fünf Jahren gibt es einen Austausch in Sachen Permakultur zwischen Kleinbauern in Tansania und Oberösterreich. Ein Verbindungsglied ist die Oskar-Romero-Preisträgerin Saria Anderson aus der Mara-Region am Victoriasee in Tansania.

Homegarden mit klar erkennbaren Stockwerken
Homegarden mit klar erkennbaren Stockwerken

Im Jahr 2009 hatte Waldgärtner Bernhard Gruber aus Neuhofen erstmalig die Gelegenheit, mit Tansania-Experte Franz Hörmanseder Orte fern ab des Tourismus in Tansania zu bereisen. Das gemeinsame Interesse der beiden Oberösterreicher gilt den Waldgärten, die auch am Fuße des Kilimanjaro zu finden sind.

Ein zukunftsfähiges Projekt mit Pioniergeist findet auch großes Interesse bei der Bevölkerung
Ein zukunftsfähiges Projekt mit Pioniergeist findet auch großes Interesse bei der Bevölkerung

Reges Bevölkerungswachstum veranlasste vor Jahrhunderten die Menschen am höchsten Berge Afikas, eine permanente Anbaumethode, sogenannte Homegarden bzw. Waldgärten zu entwickeln. Diese Waldgärten zeichneten sich durch eine manigfaltige, ausdauernde Etagenwirtschaft aus und verschafften den Chaggas einen bescheidenen Wohlstand, im Vergleich zur restlichen Bevölkerung eines der ärmsten Lander Ostafrikas.

Am Fuße des Kilimanjaro in Tansania, errichteten die Chagga nach dem Vorbild des tropischen Regenwaldes ein sehr gut ausgetüfteltes Waldgartensystem
Am Fuße des Kilimanjaro in Tansania, errichteten die Chagga nach dem Vorbild des tropischen Regenwaldes ein sehr gut ausgetüfteltes Waldgartensystem

Ein durchschnittlicher Waldgarten ist 5.000 bis 10.000 m2 groß, er liefert nahezu alles was seine Bewohner zum Leben brauchen: Lebensmittel, Medizin, Tierfutter, Energie- und Bauholz. Begeister von der Idee startete Bernhard Gruber 2011 mit seinem Waldgarten in Eggendorf und versucht diese Waldgärten in ihren Etagen mit Pflanzen die unser mitteleuropäisches Klima vertragen nachzuahmen. Ausserhalb der Vegetationszeit besucht Bernhard Gruber mit Franz Hörmanseder Waldgärten in Tansania zum Austausch mit der lokalen Bevölkerung.

Neben 500 Wildbeerensträuchern, 100 Obstbäumen und 600 Beerensträuchern wurden unzählige weitere Pflanzen gesetzt
Neben 500 Wildbeerensträuchern, 100 Obstbäumen und 600 Beerensträuchern wurden unzählige weitere Pflanzen gesetzt

Kleine Flächen haben die Möglichkeit, sie naturnahe und doch sehr intensiv mit Dauerkulturen zu bepflanzen. Forschungsziel ist, Waldgärten für unsere Klimazone zu entwickeln, denn wie bereits im Welt-Agrarbericht aus dem Jahr 2009 festgestellt wurde, wird die Hälfte aller Lebensmittel auf Kleinstbauernhöfen unter 2 ha produziert.

Jetzt hatte auch Saria Anderson, die das Verbindungsglied zu verschiedenen Bauern in Tansania herstellt, die Gelegenheit den neu entstandenen Waldgarten von Bernhard Gruber in Eggendof im Traunkreis zu besuchen.