Hügelkulturen und Gräben

Der Teich ist das dreidimensionale Gegenstück zum Waldgarten

Der Teich ist das dreidimensionale Gegenstück zum Waldgarten

Hügelkulturen und Gräben bei schweren Lehmböden

Da Obstgehölze bei Staunässe leiden und das Wachstum gebremst wird, haben wir beispielsweise die Maulbeerbäume am Ufer des Teichs einfach mit dem Wurzelballen auf den Boden gestellt und rundum Erde angehäufelt und teilweise vor dem Scharren der Hühner mit großen Steinen gesichert. Diese Steine wiederum dienen als Mulch und Wärmespeicher. Obstbäume wurden größtenteils auf die aus dem Teichaushub geformten Hügel gepflanzt. Einer dieser Hügel dient speziell zum Gemüseanbau. Hügel haben den Vorteil, dass die Sonne in einem idealen Winkel eintrifft, die Oberfläche vergrößert wird und Pflanzen weniger unter Staunässe zu leiden haben.

Chinampas - sogenannte Pflanzbeete zwischen Wassergräben die sich durch das Gelände ziehen

Chinampas – sogenannte Pflanzbeete zwischen Wassergräben die sich durch das Gelände ziehen

So gingen wir auch dazu über, teilweise die dünne Humusschicht auf Wegen zwischen Obstbaumreihen auszustechen und parallel zum Weg Hügelkulturen anzulegen. Durch den entstandenen Graben werden die Hügel zusätzlich entwässert. Da im Jahr 2011 ein erster Pflanzversuch von Kartoffeln kläglich gescheitert ist, legten wir dieses Jahr höhere Hügelkulturen an, pflanzten Kartoffel in einer Gilde mit Kohlrabi und Beinwell und einer weiteren Gilde mit Buschbohne und Beinwell. Wobei die Blattmasse des Beinwell als zusätzliches Mulchmaterial für Kartoffeln dienen soll. Schon beim setzen der Saatkartoffeln wurde jeder in ein Beinwellblatt als Kaliumversorger eingewickelt.

Die drei Schwestern - eine Gilde oder Pflanzgemeinschaft

Die drei Schwestern – eine Gilde oder Pflanzgemeinschaft

Die drei Schwestern als Hügelkultur

Auf einer weiteren Versuchsfläche wollten wir Mais, Bohnen und Kürbis pflanzen, auch bekannt als die „Drei Schwestern“: Der Kürbis bildet mit seiner Blattmasse den Lebenmulch und schützt den Boden, die Bohne sammelt den Luftstickstoff und unterstützt damit die anderen beiden. Der Mais dient wiederum der Bohne als Rankhilfe. Auf nahezu allen Erdteilen wird diese Kombination erfolgreich gepflanzt, in unseren Breiten ist jedoch der Mais im Wachstum zu langsam und wird allzu oft von der rankenden Bohne nieder gerungen. Aus diesem Grund haben wir die Puffbohne (Vicia faba) verwendet. Gerade Puffbohnen kommen sehr gut mit Staunässe aus und mögen es gerne, wenn sie tief eingelegt werden. In unserem Versuch haben wir Mitte April 2012 eine Fläche von wilden Himbeeren befreit, kleine Holzkohlenstücke ausgestreut und mit einer Gartenfräse in den Boden eingefräst.

Permakultur unterstützt uns Kreisläufe zu schließen

Permakultur unterstützt uns Kreisläufe zu schließen

Je eine Puffohne und zwei Kürbiskerne wurden auf den bearbeiteten Boden gelegt, rundum ein ca. 50 cm breiter Hügel zusammen gescharrt und auf den Gupf Zwei Maiskörner gelegt. Die Maiskörner wurden mit einem Faust großen Stein abgedeckt. Hier dient der Stein wieder als Wärme- und Feuchtigkeitsspeicher, da es unter einem Stein immer feucht ist. Seine zusätzlich Funktion war es, das Saatgut vor Fraßfeinden zu schützen. Auf diese Art wurden ca. 30 Hügel angelegt. Mais, Bohnen und Kürbis haben sich bis dato sehr gut entwickelt. Die Hügel wurden zwischendurch dick eingemulcht.

 

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