Chinampas selbst anlegen

Chinampas mit Teich im Waldgartenprojekt 1Joch

Chinampas - sogenannte Pflanzbeete zwischen Wassergräben die sich durch das Gelände ziehen

Chinampas – sogenannte Pflanzbeete zwischen Wassergräben die sich durch das Gelände ziehen

Unter Chinampas verstand man ursprünglich von den Azteken in Mexicos Seen angelegte Teichfeldwirtschaft. Pfähle wurden ins seichte Wasser geschlagen und Schilf, Pflanzkörbe im Wasser gewoben. Diese Körbe wurden mit dem fruchtbaren Schlamm der Seen befüllt und der Rand zusätzlich mit Weiden zur Stabilisierung bepflanzt. Auf den Chinampas wurden Feldfrüchte wie Bohnen, Tomaten, Chilis und Süßkartoffeln gepflanzt, aber auch Bäume wie Avocado und Guave waren darauf zu finden.

Die Wasseroberfläche reflektiert das Sonnenlicht

Die Wasseroberfläche reflektiert das Sonnenlicht

Diese Wasserfeldwirtschaft war mit Booten von den Städten her leicht erreichbar, da die Azteken keine Lasttiere kannten, somit konnte über Jahrhunderte die Nahrungssouveränität der Städte gesichert werden. Die Chinampas wurden jedoch später durch ausgedehnte Handelsbeziehungen und dann auch noch durch Lasttiere der Conquistatoren ersetzt.

Durch die Aufschüttung des Aushubmaterials wird es in der ehemaligen Feuchtwiese auch trockene Zonen geben und so eine höhere Vielfalt ermöglicht

Durch die Aufschüttung des Aushubmaterials wird es in der ehemaligen Feuchtwiese auch trockene Zonen geben und so eine höhere Vielfalt ermöglicht

Die Ideen der alten Azteken versucht man sich auch in der Permakultur zu Nutzen zu machen, jedoch liegt der Fokus nicht nur auf den Chinampas, den Anbauflächen, sondern auch sehr stark auf den Wasserflächen dazwischen. Diese Wasserflächen beeinflussen das Klima des Systems maßgeblich. Wasser ist als dreidimensionales System ähnlich einem Waldgarten zu sehen, Pflanzen und Tiere, die auf verschiedenen Ebenen leben und so eine Nische füllen. Die Wassergräben werden zusätzlich mit Rankhilfen überspannt, so dass verschiedene einjährige und mehrjährige Rankergewächse hier ihren Platz finden.

Auch für den natürlichen Bewuchs, Schilf und Binsen, bleibt noch genügend Fläche

Auch für den natürlichen Bewuchs, Schilf und Binsen, bleibt noch genügend Fläche

In meinem Projekt versuche ich mir auf ähnliche Weise die Idee zu Nutze zu machen. Auch wenn ich anfangs nicht den Mut hatte großflächig einzugreifen, so ging ich dann doch auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten des Geländes ein. Dort wo bisher schon der Boden sehr feucht war sollte jetzt der Teich hinkommen zwischen den Wasserkanälen der Aushub aufgeschüttet um so vom feuchten Boden in die Höhe zu kommen und zusätzliche Fläche durch die permanenten Hügeln zu gewinnen.