Agroforst – eine Kombination aus Land- und Forstwirtschaft

Agroforst ist eine Kombination aus Land- und Forstwirtschaft

Agroforst ist eine Kombination aus Land- und Forstwirtschaft

Ein Agroforst gewährleistet die Bewirtschaftung mit landwirtschaftlichen Maschinen oder ist Weideland. Es überwiegt der Flächenanteil für einjährige Feldfrüchte bzw. Weidefläche. Früher kannte man ähnliche Systeme, so wurde der Ertrag eines Waldes nicht am Holz bemessen, sondern an der Zahl der Schweine, die darin gehalten werden konnten, was wiederum die Menge der Eichenbäume spiegelte. Mit Hecken wurden Felder klein strukturiert, Laub von den Hecken wurde als Futter oder auch Einstreu verwendet. Ebenso wurden Felder mit Obstbäumen eingesäumt. Ein weiteres Beispiel sind Streuobstwiesen, zur Gewinnung von Lager- und Mostobst, wo zeitweise Tiere weideten.

Die Agroindustrie bewirtschaftet mit hohem Aufwand unproduktive, zweidimensionale Systeme

Die Agroindustrie bewirtschaftet mit hohem Aufwand unproduktive, zweidimensionale Systeme

Im Gegensatz zu traditionellen Nutzungsformen wird versucht, moderne Agroforstsysteme an landwirtschaftliche Bewirtschaftung anzupassen, dass Ackerfrucht und Weideland nur geringfügig durch Bäume beeinträchtigt werden. Dazu werden die Bäume mehrere Meter hoch geastet, oder Hochstammobstbäume verwendet. Pflanzt man Hecken zwischen den Werthölzern kann durchaus ein zusätzlicher Mehrnutzen erzielt werden.

Die Erträge eines Agroforstes setzen sich aus einjährigen Kulturen, Einnahmen durch Wertholz und Nutzung der Baumfrucht, wie Obst, Nüsse, Eicheln zusammen. Bäume erschließen mit ihren Wurzeln und Laubwurf tiefer gelegene Nährstoffe für die Feldfrucht.

Weitere Informationen zu Agroforst finden Sie im Buch „Die kleine Permakultur-Fibel“ auf den Seiten 131 bis 135.

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Chinampas nach dem Vorbild der Azteken

Chinampas - sogenannte Pflanzbeete zwischen Wassergräben die sich durch das Gelände ziehen

Chinampas – sogenannte Pflanzbeete zwischen Wassergräben die sich durch das Gelände ziehen

Unter Chinampas verstand man ursprünglich von den Azteken in Mexicos Seen angelegte Teichfeldwirtschaft. Pfähle wurden ins seichte Wasser geschlagen und Schilf, Pflanzkörbe im Wasser gewoben. Diese Körbe wurden mit dem fruchtbaren Schlamm der Seen befüllt und der Rand zusätzlich mit Weiden zur Stabilisierung bepflanzt. Auf den Chinampas wurden Feldfrüchte wie Bohnen, Tomaten, Chilis und Süßkartoffeln gepflanzt, aber auch Bäume wie Avocado und Guave waren darauf zu finden.

Die Wasseroberfläche reflektiert das Sonnenlicht

Die Wasseroberfläche reflektiert das Sonnenlicht

Diese Wasserfeldwirtschaft war mit Booten von den Städten her leicht erreichbar, da die Azteken keine Lasttiere kannten, somit konnte über Jahrhunderte die Nahrungssouveränität der Städte gesichert werden. Die Chinampas wurden jedoch später durch ausgedehnte Handelsbeziehungen und dann auch noch durch Lasttiere der Conquistatoren ersetzt.

Chinampas Wasserpolykultur

Chinampas im Wald-Wasser-Garten Einjoch

Die Ideen der alten Azteken versucht man sich auch in der Permakultur zu Nutzen zu machen, jedoch liegt der Fokus nicht nur auf den Chinampas, den Anbauflächen, sondern auch sehr stark auf den Wasserflächen dazwischen. Diese Wasserflächen beeinflussen das Klima des Systems maßgeblich. Wasser ist als dreidimensionales System ähnlich einem Waldgarten zu sehen, Pflanzen und Tiere, die auf verschiedenen Ebenen leben und so eine Nische füllen. Die Wassergräben werden zusätzlich mit Rankhilfen überspannt, so dass verschiedene einjährige und mehrjährige Rankergewächse hier ihren Platz finden.

Auch für den natürlichen Bewuchs, Schilf und Binsen, bleibt noch genügend Fläche

Auch für den natürlichen Bewuchs, Schilf und Binsen, bleibt noch genügend Fläche

Im Wald-Wasser-Garten Einjoch versuche ich mir auf ähnliche Weise die Idee zu Nutze zu machen. Auch wenn ich anfangs nicht den Mut hatte großflächig einzugreifen, so ging ich dann doch auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten des Geländes ein. Dort wo bisher schon der Boden sehr feucht war sollte jetzt der Teich hinkommen zwischen den Wasserkanälen der Aushub aufgeschüttet um so vom feuchten Boden in die Höhe zu kommen und zusätzliche Fläche durch die permanenten Hügeln zu gewinnen.

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Der Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

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Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Der Austernseitling (Pleurotus ostreatus) ist ein Laubholzparasit und besiedelt gerne Stämme und dicke Äste lebender Bäume. Er bildet dichte Fruchtkörperbüschel, junge Pilze sind rund, Ränder reifer Pilze sind eingerissen. Für die Kultivierung eignen sich neben Holzstämmen auch Stroh, Kaffeesatz und Fruchtfleisch der Kaffeebohnen, Weizen, wie auch Papier. Neben Champignon und Shiitake ist der Austernseitling der beliebteste kultivierte Speisepilz.

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Wenige Tage bis zum 72h Permakultur-Design-Zertifikatskurs

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Unser Waldgarten wird über mehrere Monate erlebbar

72h Permakultur-Design-Zertifikatskurs in 5 Modulen
Frühjahr 2018 – Österreichisches Waldgarten-Institut
in Wels / OÖ mit Bernhard Gruber

Kursbeitrag für Privatpersonen: € 950,-
+ Buch „Die Permakultur-Fibel“ GRATIS!

Die Grundlage des Permakultur-Designkurses ist das Buch: “Permaculture – a Designers Manual” oder “Handbuch der Permakultur Gestaltung” , von Bill Mollison. Als Kursmanuskript erhält jeder Teilnehmer das Buch „Die kleine Permakultur-Fibel“.

Jeder Teilnehmer plant im Rahmen des Lehrgangs sein eigenes Projekt, Projekt kann sein: Hausgarten, Waldgarten, CSA, Landwirtschaft, Schulgarten, Gemeinschaftsgarten, Dorfentwicklungskonzept, Alternativwährungskonzept, Vertriebskonzept, …

Modul 01 – 23. bis 25. März
Modul 02 – 13. bis 15. April
Modul 03 – 4. bis 6. Mai
Modul 04 – 25. bis 27. Mai
Modul 05 – 15. bis 17. Juni
(Freitag 15.00 bis 20.00 Uhr, Samstag 9.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr und Sonntag 9.00 bis 13.00 Uhr)

Veranstaltungsort: Österreichisches Waldgarten-Institut, Stadlhof 47, A-4600 Wels

Weitere Details und Anmeldung

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Der Waldgarten – ein dreidimensionaler Garten

Am Fuße des Kilimanjaro in Tansania, errichteten die Chagga nach dem Vorbild des tropischen Regenwaldes ein sehr gut ausgetüfteltes Waldgartensystem

Am Fuße des Kilimanjaro in Tansania, errichteten die Chagga nach dem Vorbild des tropischen Regenwaldes ein sehr gut ausgetüfteltes Waldgartensystem

Waldgärten sind in den verschiedensten Kulturkreisen als Notwendigkeit und Überlebensstrategie entstanden. Bekannt sind Waldgärten hauptsächlich aus Gebieten wie Nikaragua, Kerala, Srilanka, Vietnam, Nigeria, Kongo und Tansania. Seit 2009 besuche ich die Waldgärten der Chaggas am Fuße des Kilimanjaro, in Tansania zum Studium, zur Unterstützung noch vorhandener Systeme und zum Wiederaufbau.

In einem Waldgarten geht es grundsätzlich darum, auf kleiner Fläche alles Lebensnotwendige zu produzieren: Lebensmittel, Viehfutter, Medizin, Energieholz und Bauholz. Waldgärten sind auf lange Sicht tragfähig, verschmutzen nicht und beuten auch den Boden nicht aus. Das Vorbild eines Waldgarten ist der tropische Regenwald, in unseren Breiten könnte man sich den Waldgarten als Niederwald vorstellen, jedoch zu beachten ist, dass wir in unseren Breiten eine viel geringere Sonneneinstrahlung haben und so auch mit anderen Pflanzabständen arbeiten müssen, in den Randbereichen und zwischendurch können sich immer wieder größere Bäume finden.

Ein Waldgarten ist im Gegensatz zu einem Getreidefeld oder auch Gemüseacker ein dreidimensionales System, angeordnet in verschiedenen Stockwerken oder auch Ebenen, der Schwerpunkt liegt bei mehrjährigen Früchten und extensiven einjährigen Gemüse. Die erste Schicht befindet sich unter der Erde, Knollen, Wurzelgemüse und Rhizome. Die zweite Schicht ist eine Boden bedeckende Lebendmulchschicht, gefolgt von der Kraut- und Staudenschicht. Die vierte Schicht wird von niederen Beerensträuchern und die fünfte von höheren Beerensträuchern gebildet. Die sechste Ebene bilden Obstbäume gefolgt von Horstpflanzen wie Haselnuss oder Bambus und Rankgewächsen wie Kiwi, Hopfen oder Wein. Abschließend als Kronenschicht finden wir hohe Solitärbäume punktuell mit lichtem, fiederem Blattwerk oder an Rändern mit dichtem Blattwerk.

Waldgarten des Permakultur-Projekts Weberhäusl in Wels / OÖ im Frühjahr 2008

Waldgarten des Permakultur-Projekts Weberhäusl in Wels / OÖ im Frühjahr 2008

Durch die in der nördlichen Hemmisphäre geringere Lichtmenge ist auf eine zeitliche Einnieschung zu achten, so gibt es Beispielsweise Beerensträucher welche Fruchten, bevor so mancher Baum in seiner vollen Blätterpracht erstrahlt. Weiters versuchen wir wie in der Mischkultur Symbiosen und Gilden unter Pflanzen oder auch zwischen Tieren und Pflanzen zu bilden. Hauptaugenmerk liegt dabei dass wir regulierte Systeme schaffen, keine Wildniss und den Energieeinsatz auf ein Minimum reduzieren versuchen. Jedes Element in diesem System wird nach seiner Funktionalität ausgewählt und so platziert, dass andere unbeeinflusst oder gestärkt werden. So kann zum Beispiel ein richtig platzierter Baum folgende Funktionen erfüllen: Lebensmittel, Viehfutter, Medizin, Edelholz, Bauholz, Brennholz, Erosionsbremse, Sonnenschutz, Windschutz und ein Biotop für verschiedenste Lebensformen.


Weitere Informationen zu Waldgärten finden Sie im Buch „Die kleine Permakultur-Fibel“

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Das Gemeine Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis)

StockschwammerlDas Gemeine Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) ist ein Pilz, der sich leicht auf beimpften Holzstämmen auch im Hausgarten ziehen lässt. Zirka 20 cm tief wird der beimpfte 50 cm lange Stamm in Wuchsrichtung, nach einer Durchwachszeit von einigen Monaten an einer schattigen Stelle im Garten eingegraben. Es kann bis zur ersten Ernte zwei Jahre dauern. Das Stockschwämmchen ist weit verbreitet und wird gerne für Suppen verwendet.

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Kurzfilm: Permakultur – oder was ich für unsere Zukunft tun kann


Ein Film von Elisabeth Hochegger


Permakultur – von dauerhafter Bodenkultur abgeleitet – beruht auf einem Denken in ökologischen Zusammenhängen und Wechselwirkungen, mit dem Ziel, dauerhafte, sich selbst erhaltende Systeme aus Pflanzen, Tieren und Menschen zu entwickeln.

Bernhard Gruber beschäftigt sich seit einigen Jahren mit ökologischen Themen und gibt seine Erfahrungen im Buch “Die kleine Permakultur-Fibel” weiter.

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Jetzt Nisthilfen für Wildbienen vorbereiten

TeilnehmerInnen mit Insektenhotel_kompDie Wildbienen brauchen unsere Unterstützung mehr den je, denn wir selbst sind auf ihre Hilfe im Garten, in der Natur und auch in der Landwirtschaft angewiesen. Das zeitige Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt um Nisthilfen für die sogenannten Solitärbienen vorzubereiten. Neben unserer Honigbiene sind auch die Wildbienen bedroht, doch da sie für uns keinen Honig sammeln schätzen wir ihre Leistungen viel zu wenig. Wie auch die Honigbiene ist die Wildbiene für die Bestäubung von Bäumen, Sträuchern und verschiedenen weiteren Pflanzen im Garten und in der Landschaft verantwortlich.

Wildbienen brauchen Vielfalt

Wildbienen brauchen Vielfalt

In Österreich sind bis zu 600 Wildbienenarten bekannt, im Gegensatz zur Honigbiene bilden sie keine Staaten, deshalb werden sie auch oft als Solitärbienen bezeichnet. Artspezifisch suchen sie Ritzen im Mauerwerk, Löcher im Totholz oder auch hohle Gräser zur Eiablage bereits im zeitigen Frühjahr auf. Jedes Ei wir noch mit Pollen und Nektar versorgt bevor der Zugang verdeckelt wird. Im folgejahr verlässt die Jungbiene ihre Zelle nach Ei- und Larvenstadium und der Kreislauf beginnt von forne.

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Wildbienenhotel im Hausgarten

Über 70% unserer Blühpflanzen sind auf die Bestäubung von Insekten wie Honigbiene und Wildbiene angewiesen, da sie gemeinsam eine Koevolution durchgemacht haben, das bedeutet dass sie sich zur gleichen Zeit gemeinsam zu dem Lebewesen entwickelt haben, so wie wir sie heute kennen. Durch die Koevolution sind nicht nur Pflanze und Insekt von einander abhängig, auch wir Menschen sind auf die Bestäubung angewiesen. Selbst die Erträge bei typischen Windbestäubern wie unser Getreide erhöhen sich durch die Arbeit von unseren fleissigen Helfern. Wildbienen sind auf eine abwechslungsreiche, vielfältige mit Hecken kleinstrukturierte, biologisch bewirtschaftete Landschaft angewiesen.

Bernhard Gruber beschäftigt sich seit einigen Jahren mit ökologischen Themen und gibt seine Erfahrungen im Buch “Die kleine Permakultur-Fibel” weiter.

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Pilzzucht in Bezug auf Permakultur

Shiitake Pilze haben den Vorteil, dass sie keinen Bodenschluss brauchen

Shiitake Pilze haben den Vorteil, dass sie keinen Bodenschluss brauchen

Pilzzucht in Bezug auf Permakultur

In der Permakultur geht es darum, einen zukunftsfähigen Lebensstil zu kreieren und durchaus auch einen Beitrag zur eigenen Versorgung mit Lebensmitteln zu leisten.

Sind auch oft die Flächen begrenzt, so gibt es zahlreiche, einfache Möglichkeiten am Fensterbrett oder am Balkon Küchenkräuter, Salate und Gemüse in Töpfen, Containern und anderen Behältnissen zu ziehen. Der nächste Schritt wäre dann, sich an einem Gemeinschaftsgarten oder auch Kartoffel- bzw. Krautacker zu beteiligen. Alles was sich aus zeitlichen und räumlichen Ressourcen nicht ausgeht, kann über Foodcoops (gemeinschaftlich werden regionale, biologische Lebensmittel organisiert und verteilt), CSA (Community Supported Agriculture = man erwirbt Ernteanteile aber auch Ernteausfälle) oder ähnliche Verteilernetzwerke von regionalen, saisonalen, biologischen Lebensmittel, abgedeckt werden. Kernpunkt ist, dass wir die Lebensmittelversorgung wieder zurück zu den Menschen und somit auch den Lebensmittelanbau und die Veredelung wieder zurück in die Städte bringen und Kooperationen zu stadtnahen Bauern schaffen müssen.

Der Shiitake Pilz ist ein hochwertiger Speisepilz aus China der bei uns leicht gezüchtet werden kann

Der Shiitake Pilz ist ein hochwertiger Speisepilz aus China der bei uns leicht gezüchtet werden kann

Essbare Pilze erweitern den Speiseplan und lassen sich je nach Anforderung auf die Gegebenheiten abstimmen. In der Stadt lassen sich Pilze im Kellerabteil, im Hinterhof oder auch am schattigen Balkon, auf Substraten wie Kaffeesatz, Altpapier oder Karton ziehen. Am Land können die Stallungen von ehemaligen Schweine- oder Geflügelmastbetrieben verwendet werden, da einerseits der Fleischkonsum verringert werden muss, aber auch die Tiere ihrem Wesen entsprechend in der Natur gehalten werden. Pilze eignen sich auch besonders gut in Waldgärten, Pilz sind nicht nur die Zähne der Natur, sondern stellen auch die Verbindung bzw. Interaktion zwischen verschiedenen Pflanzen her, so sagt man auch den Pflanzen nach, dass sie über das Mycel kommunizieren.

Baumstämme mit Pilzbrut beimpfen: Hartholzbaumstämme werden mit Löchern versehen, mit Pilzbrut beimpft und versiegelt

Baumstämme mit Pilzbrut beimpfen: Hartholzbaumstämme werden mit Löchern versehen, mit Pilzbrut beimpft und versiegelt

Gerade im Waldgarten spielen Symbiosepartner, Biodiversität, Multifunktionalität und Lücken in Raum und Zeit zu nutzen eine wichtige Rolle. Zum Beispiel wirft die Erle für uns keine nutzbaren Früchte ab, sie sammelt aber mit Hilfe von Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Luftstickstoff und unterstützt damit auch umliegende Pflanzen in ihrem Wachstum. Braucht zum Beispiel der Apfelbaum nebenan den Platz, wird die Erle entnommen und der Stamm kann mit Pilzbrut beimpft und in Folge Träger für hochwertige Speisepilze werden, anstatt die mindere Holzqualität für Energiegewinnung zu nutzen. Mit bedacht versucht man in der Permakultur mit dem geringsten Aufwand das bestmögliche Resultat zu erzielen, so werden Abfälle wieder zu Rohstoffen und unterbrochene Kreisläufe wieder geschlossen.

Mehr zum Thema Permakultur im Buch „Die kleine Permakultur-Fibel“ erschienen im Eigenverlag von Bernhard Gruber, (Buch 160 Seiten, Hardcover, Recyclingpapier, Fadenbindung) oder beim nächsten Permakultur-Designkurs

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Die Entstehung des Brotes

Handbruch Brotbacköfen selber bauen kl

Handbruch Brotbacköfen selber bauen – von Bernhard Gruber

Die Entstehung unseres Brotes ist sehr eng mit unserer Kulturgeschichte in Europa verbunden. Eiszeitliche Jäger- und Sammlerkulturen haben in Europa bereits vor über 30.000 Jahren Sämereien zu Brei vermahlen, doch war die Überlebensgrundlage die Jagd und das Sammeln von Baum- und Strauchknospen, Wurzeln, Kräutern, Flechten, Pilzen und Beeren. Mit dem Ende der Eiszeit und der Rückkehr des Waldes verschoben sich auch die weitläufigen Weidegebiete der bejagten Tiere nach Norden. Der halbnomadisierende Ackerbauer brachte Getreide aus dem Nahen Osten mit und rodete Waldstücke zum Bau von Häusern und zum flächigen Anbau von Getreide und anderen Ackerfrüchten. Selbst für domestizierte Haustiere wurden geeignete Weidegräser mitgebracht. Brot ermöglicht Vorratshaltung für kalte Jahreszeiten, Reiseproviant und Grundnahrung für ein Bevölkerungswachstum.

Vor etwa 12.000 Jahren begannen nomadisierende Hirtenvölker im Raum des fruchtbaren Halbmondes sesshaft zu werden und stellten im Laufe der Zeit ihre Lebensgrundlage auf Ackerbau um, durch Selektion von Wildgräsern entstand ein Teil unserer heute bekannten Getreidesorten. Die Sesshaftwerdung, Ackerbau und Viehzucht brachte neben Handwerk und anderen Kunstfertigkeiten auch die Bildung erster größerer Reiche wie das der Sumerer, der Babylonier, der Assyrer und um 3.000 v. Chr. das der Ägypter. Mit Wasser angerührter Getreidebrei war wohl die erste Form der Getreidenahrung. Dieser Brei wurde vermutlich auch zur Lagerung in der Sonne getrocknet und wahrscheinlich sehr früh dann auch schon am Feuer geröstet oder eben auch in der Asche zwischen heißen Steinen gebacken. Aus Ägypten sind Sonnenbacköfen bekannt. Das waren Freiflächen die exponiert zur Sonne ausgerichtet und mit Ziegel, die als Speicher dienten, ausgelegt waren. Auf hölzernen Backtellern wurde Fladenbrot in der Sonne gebacken.

Mehr zum Thema im Buch „Handbuch Brotbacköfen selber bauen“ zu finden!

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