Wahre Kreislaufwirtschaft zum Angreifen

Alle organischen Küchenabfälle die nicht tierischen Ursprungs, oder verkocht sind, können in einer Wurmfarm von Würmern verarbeitet werden.

Neuerdings will uns die Wirtschaft, Kreislaufwirtschaft lehren, doch wo lernt man Kreislaufwirtschaft besser als im Garten?! Der eigene Gemüsegarten, ausgestattet mit Komposthaufen, Wurmfarm und Hühnertraktor, noch besser wäre gleich auch noch mit einer Komposttoilette, mit Holzkohle als Einstreu, hilft uns unsere eigene Kreislaufwirtschaft zu starten.

Ein wichtiges Permakultur-Prinzip sagt, produziere keinen Abfall, oder Abfall ist Ressource am falschen Ort! Im Garten gibt es auch keinen Abfall, alles was im Garten wächst, kann im Kreislauf gehalten werden, das heisst, unser gesundes Gemüse nährt unseren Körper und unseren Geist. Supermarktgemüse und – Salate sind meist leere Hüllen, es gibt zahlreiche Langzeitstudien, dass über die Jahre die Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente eklatant abgenommen haben, weil die Böden einfach müde sind und ihnen diese Inhaltsstoffe fehlen.

Das Wesen eines Tau- oder Kompostwurms ist, dass er frisst und ausscheidet. Alles was durch seinen Körper wandert, wird mit Mikroorganismen angereichert.

Nicht die Massenproduktion kann uns in Zukunft nähren, nur kleinstlandwirtschaftliche Betriebe, organisiert als Solidarische Landwirtschaften, Einkaufsgemeinschaften (Foodcoops), oder einfach auch der Selbstversorgergarten. Vorrangiges Ziel eines Landwirtschaftlichen Betriebes wird es wieder sein, seine Bewohner mit biologischen Lebensmitteln zu versorgen und Überschüsse zu tauschen. Geld kann in diesem Fall als Tauschmittel ganz nützlich sein, jedoch nicht zum Zweck der Spekulation oder des Zinseszins.

Die beiden wichtigsten Produkte einer Wurmfarm sind Wurmtee, das schwarze Gold der Wurmfarm, und Wurmkompost, welcher auch in Wasser aufgelöst direkt zum Düngen verwendet werden kann.

Die Basis jeder Kreislaufwirtschaft ist, das Boden und nicht Pflanzen gefüttert werden müssen. Unsere fleissigsten Helfer, denen wir nur Quartier und Nahrung geben müssen, sind die Würmer. In diesem Fall Tau- und Kompostwürmer, die kleinen Roten, wie wir sie im Kompost- oder auch im Misthaufen finden! Sie arbeiten horizontal, optimal für eine Wurmfarm. Ihre Arbeit ist es, dass sie unsere nicht verkochten Küchenabfälle, pflanzlichen Ursprungs fressen. So ein ausgewachsener Wurm frisst unter optimalen Umständen täglich das doppelte seines Körpergewichtes. Alles was den Verdauungstrakt eines Kompostwurms durchwandert hat, ist mit Mikroorganismen angereichert.

Der Regenwurm (lumbricus terrestris) ist unser fleissiger Helfer im Garten, er lebt in einer vertikalen Röhre

Neben Chlorophyllwasser, gibt es für den Gartenboden nahezu nichts effektiveres, was ihm zugeführt werden kann, wie Wurmtee, das schwarze Gold aus der Wurmfarm. Wesentlich im Garten ist auch, dass der Boden zu jederzeit bedeckt sein soll. Ist er es nicht mit Gemüse oder Salat, dann mit Gründüngung oder einder dicken Mulchschicht. Bedeckter Boden ist wichtig für die Mikroorganismen und natürlich auch für die Regenwürmer, welche im Unterschied zu den Kompostwürmern, vertikal arbeiten, den Boden für die Pflanzenwurzeln aufbereiten und auch für einen optimalen Nährstoffaustausch sorgen. Dieser Wurm hat in einer Wurmfarm nichts verloren, da geht er elendiglich zugrunde, da dass nicht sein Lebensraum ist. Doch was auch der Regenwurm liebt, ist Terra Preta, die schwarze Gartenerde!

Ein Regenwurmkanal, ausgekleidet mit feinstem Holzkohlestaub. Selbst der Regenwurm liebt Terra Preta!

Feine Holzkohle, keine Asche, ist der optimale Nährstoff- und Feuchtigkeitsträger in einer gesunden Gartenerde. Doch wie kommen die Nährstoffe hinein? Mit Hilfe der Kompostierung! Mikroorganismen sitzen sich in die mikroskopisch kleinen Poren der Holzkohle und binden wiederum Feuchtigkeit und Nährstoffe an sich. Das geschiet am Einfachsten im Komposthaufen, in der Wurmfarm, im Hühnerauslauf, aber auch in der Komposttoilette! In Zukunft wird eine konventionelle Landwirtschaft, basierend auf Agrochemie nicht mehr möglich sein. Auch der hohe maschinelle Einsatz im Biolandbau wird nicht mehr möglich sein und unsere Abfallgesellschaft schon gar nicht. Uns wird schlichtweg die Energie und die Rohstoffe ausgehen, wir werden es uns nicht mehr leisten können, Abfälle zu verbrennen. Im Vergleich zu den Würmern, sind wir auf unserem Planeten eine sehr junge Spezies, wir sollten schön langsam erwachsen werden und lernen einen positiven Einfluss auf diesen Planeten auszuüben.

Wir müssen unsere Gesellschaft grundlegend neu denken, blicken wir auf all die Prognosen, werden wir in Zukunft keinen Platz mehr für Industriebetriebe haben, wir brauchen die Rückkehr zum Manufaktum, zu einer Handwerkskultur.  Es war nicht das erste mal auf unerem Planeten, dass Hochkulturen zugrunde gegangen sind! – Sofern wir uns als Hochkultur bezeichnen möchten. Es wäre aber auch nicht das erste mal, wie uns vergessene Kulturen aus Südamerika zeigen, dass wir diesen Wahnsinn aufgeben können und uns auf das Wesentliche konzentrieren, auf ein Zusammenleben in Harmonie mit der Natur!

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