Symbiosen und Gemeinschaften in sogenannten Gilden herstellen

Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius)

Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius)

Jedem, der sich mit Gemüsebau ein wenig auseinander setzt, ist Mischkultur bekannt. Sie stellt das positive Gegenstück zur Monokultur dar: Pflanzen unterstützen sich gegenseitig im Wachstum und im Geschmack, schützen sich vor Fraßfeinden und Krankheiten und erlauben auch eine bessere räumliche und zeitliche Staffelung.

Nach dem Vorbild der Natur versuchen wir Gilden herzustellen, so wird zum Beispiel der in der Landwirtschaft gefürchtete Ampfer gerne in der Aufzucht von Obstbäumen verwendet, denn er gleicht den Stickstoffhaushalt im Boden aus und fördert mit seinen Wurzeln Mineralstoffe nach oben. Mit seinem Blattwerk verdrängt er Gräser die mit den jungen Bäumen konkurrieren würden. Der Ampfer tritt meist an Viehtränken auf, wo der Boden verdichtet und nährstoffreich ist. Seine widerstandsfähigen Samen sind bis zu 100 Jahren fruchtend.

Der Stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius) aus der Familie der Knöterichgewächse ist eine wintergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und kommt in Eurasien und in Nordafrika vor. Er kann als entwässernde und abführende Heilpflanze verwendet werden, ist wegen hohem Oxalsäure-Gehalt in begrenzten Mengen zum Verzehr geeignet. Der Stumpfblättrige Ampfer erreicht Wuchshöhen bis 120, das Wurzelsystem reicht in Tiefen bis 2 Metern.

Regenwurm (lumbricus terrestris)

Regenwurm (lumbricus terrestris)

Eine weitere Symbiose geht der Ampfer von Natur aus mit dem Regenwurm ein, so findet man beim Ausgraben eines Ampferwurzelstockes immer einen Regenwurm. Es dürfte sich um eine ausgewogene Partnerschaft handeln, bei welcher wechselweise Gänge und Nährstoffe verwendet werden. Das zeigt uns, dass es nicht nur Gilden unter Pflanzen gibt, sondern auch zwischen Tieren und Pflanzen.

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