Projektberatung in Lefkakia Griechenland

Projektberatung in Lefkakia Griechenland

Beim Permakultur-Vortrag in Nafplion

Beim Permakultur-Vortrag in Nafplio

Vom 14. bis 17. Dezember war ich eingeladen, das künftige Permakultur-Projekt von Sabine und Hermann in Lefkakia, nahe Nafplion in Griechenland zu beraten. Am Samstag Abend hielt ich in den Räumlichkeiten des Kulturvereins „Don Quixote“ in Nafplio einen Permakultur-Vortrag. Der Schwerpunkt am Sonntag lag bei der Bestandsaufnahme am Gelände, was ist da, was sind die Möglichkeiten, was sind die Wünsche. Am Montag gingen wir zur praktischen Umsetzung der ersten Projektschritte über und am Dienstag fassten wir noch in einem einfachen Plan zusammen und entwarfen eine Todo-Liste.

Begehung des Geländes in Lefkakia

Begehung des Geländes in Lefkakia

Auf einer Pachtfläche von gut 5.000 m2 will Hermann Auszeitprojekte für Jugendliche aus Deutschland leiten. So soll in den nächsten Jahren ein Permakultur-Garten mit einer großen Vielfalt zur Erhöhung des Selbstversorgungsgrades mit Obst, Gemüse, Nüssen, Pilzen und Kräutern entstehen.

Erste Permakultur-Planung wird am Papier festgehalten

Erste Permakultur-Planung wird am Papier festgehalten

Die besondere Herausforderung ist, dass im Sommer extreme Trockenheit herscht und defakto mit keinem Niederschlag in Form von Regen zu rechnen ist. Der Bewuchs des Grundstückes besteht aus verschiedenen Gräsern, Stauden, Ziest, niederem Buschwerk, Ginster, wilder Birne, wilden Olivenbäumen, Mastixsträuchern und kleinen Steineichen. Teilweise ist der Boden von Flechten und Moosen bedeckt.

Mit dem A-Frame wird der erste Swale vermessen

Mit dem A-Frame wird der erste Swale vermessen

Das Stück Land wurde bis vor 20 Jahren mit Getreide bewirtschaftet, seither liegt es mehr oder weniger brach. Vor ein paar Jahren hat ein Flächenbrand den alten Baumbestand vernichtet. Die oberste Bodenschicht besteht nahezu aus 90% Sand, etwas Lehm und einem verschwindend geringem Humusanteil. Unter dem Sandboden befindet sich eine Lehmschicht, auf welcher bei Regen das Wasser zum tiefsten Punkt im Gelände fließ und sich dort teilweise sammelt. An dieser Stelle wächst Schilf. Das gesamte Gelände ist mit faustgroßen Steinen überzogen. Das Grundstück fällt von oben bis unten um 5 Meter.

Der erste Swale wird angelegt

Der erste Swale wird angelegt

Wichtig für das Grundstück wäre eine feuerfeste Hecke, welche Winderosion verhindert, aus Agaven, Kakteen, Wildbirnen, Maulbeerbäumen, Beinwell und anderen Pflanzen die als Feuerbarrieren dienen und auch weidenede Ziegen abzuhalten. An erster Stelle steh aber das Wassermanagement, so haben wir auch gleich mit der praktischen Umsetzung eines Wasserrückhaltegraben begonnen. Als Wassereinzugsfläche dient der Zufahrtsweg und der Hang oberhalb. Mehrere kleine, tiefe Teiche und sogenannte Swales zum Verteilen des Wassers am Gelände sollen errichtet werden.

Der Mandala-Garten soll eine Grundstruktur für einen Gemüsegarten bilden

Der Mandala-Garten soll eine Grundstruktur für einen Gemüsegarten bilden

Für den Gemüseanbau haben wir mit einem einfachen Mandala-Garten mit einem Durchmesser von gut 11 Meter begonnen, da Zentrum bildet eine kleine Steineiche, die wir erhalten wollten. Kleine Wildbirnen sollen an die Ränder verpflanzt werden, größere mit Reisern von Birnen, Quitten und Mispel veredelt werden. Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt beim Mulchen, so soll bestehendes wildes Strauchwerk nicht entfernt, doch stark beschnitten werden, um Mulchmaterial zu gewinnen und dieses gehäckselt an benötigten Stellen zu verwenden.

An dieser Stelle möchte ich Sabine und Hermann zu ihrem mutigen Schritt beglückwünschen, es ist wichtig auch in extremen Gegenden neue Weg fern ab der Agroindustrie zu gehen.

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