Kulturlandschaft neu denken – Eine Vision fern der Agroindustrie und Wachstumswahnsinn

Kulturlandschaft neu denken – Eine Vision fern der Agroindustrie und Wachstumswahnsinn
von Bernhard Gruber, Waldgärtner

Rund um uns herum befindet sich keine, oder sehr wenig Naturlandschaft. Es ist Kulturlandschaft der Agroindustrie, auch bei uns in Österreich ist es gerade jetzt Thema, das Landwirte unter 100 ha mit konventioneller Bewirtschaftung nicht mehr überleben können. Das rührt daher, dass sich Landwirte und ihre Familien selbst nicht mehr mit den nötigen Lebensmitteln versorgen bzw. das was sie produzieren selbst NICHT essen wollen. Weiters kommt dazu, dass sie sehr einseitige zweidimensionale Systeme mit hohem Energieeinsatz bewirtschaften. Wobei eigentlich nicht von Wirtschaftlichkeit gesprochen werden kann, da im konventionellen Landbau durchschnittlich gesehen mit 10 Teilen Energie 1 Teil Energie produziert wird. Das ist als muss man 10 Saatkartoffel in den Boden legen, um einen Kartoffel zu ernten.

Die Agroindustrie bewirtschaftet mit hohem Aufwand unproduktive, zweidimensionale Systeme

Die Agroindustrie bewirtschaftet mit hohem Aufwand unproduktive, zweidimensionale Systeme

Gerade Menschen die sich mit Alternativen beschäftigen, haben sich nicht nur mit Anfeindungen herum zu schlagen, sondern auch mit den Umwelteinflüssen von Außen her durch Wasser- und Windeintrag von überschüssigen Düngemitteln, Pestiziden, Fungiziden, Herbiziden, Feinstaubbelastung, Hormoneinträge wie Halmverkürzer für Getreide und noch viel schwerwiegender Saatgutverunreinigung. Dann kommt auch noch dazu, dass natürlich Wirbeltiere und Insekten auch nicht dumm sind und verstärkt in unsere „Oasen“ eindringen und uns auch oft nahe an die Verzweiflung und Erschöpfung heran treiben.

Waldgärten sind hochproduktive dreidimensionale Systeme, die alles was der Mensch zum Leben braucht bereit stellen

Waldgärten sind hochproduktive dreidimensionale Systeme, die alles was der Mensch zum Leben braucht bereit stellen

Das Substrat, da von Boden oft nicht mehr gesprochen werden kann, außerhalb unserer Oasen wurde Jahrzehnte lang ausgeblutet. Die uns umgebende Kulturlandschaft wurde von Biotopen wie Hecken, Gräben, Sümpfen, Teichen, Steinwällen, Findlingen gereinigt. Gleich dem sieht auch ein Großteil unserer Wälder aus. Wo wir jetzt stehen, das sehen wir jetzt ganz klar, kann es einfach nicht mehr so weiter gehen, da es schon sehr bald mit unseren Ressourcen zu Ende geht. Wir müssen Kulturlandschaft wieder neu denken und neu gestalten. Wir müssen Landschaft wieder kleiner strukturieren, die Geschwindigkeit aus Wasser, Wind und Wegen nehmen. Wir müssen dazu übergehen dreidimensionale Systeme wie Waldgärten und Teichlandschaften zu gestalten und auch wieder der Natur Platz für Urwälder geben. Artenvielfalt in Tier- und Pflanzenwelt, unser eigenes Saatgut, Lebensmittelanbau bei und mit den Menschen ist unsere Versicherung in eine zufriedene und gerechte Zukunft.

Was du tun kannst:
Erkenne die Grenzen deines persönlichen Wachstums
Erhöhe deine NICHT-Geld-Tätigkeit
Nutze wenn auch nur kleine Flächen für Gemüse und Kräuter
Kompostiere alle deine organischen Abfälle
Gehe sparsam mit Wasser um
Schließe dich ebenso Interessierten an

Bernhard Gruber beschäftigt sich wie sein Vater seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema Waldgarten

Bernhard Gruber beschäftigt sich wie sein Vater seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema Waldgarten

Bernhard Gruber, aufgewachsen auf einem kleinen Bauernhof, am Stadtrand von Wels / Oberösterreich, ist ausgebildeter Lebensmitteltechnologe, Konstrukteur und Werbedesigner. Nach der Erkenntnis dass der Sinn des Lebens nicht darin liegen kann, dass man auf eine Pensionierung hin arbeitet verließ er die Wirtschaft und gestaltet jetzt seinen 5.700 m² großen Waldgarten. Er hält Impulsreferate und Lehrgänge zum Themenbereich Permakultur und unterstützt andere mit Rat und Tat, ihre Visionen zu verwirklichen.

Mehr zum Thema Permakultur:
www.permakultur.biz
www.perma-norikum.net
www.permakultur.net
www.permakultur.de
www.permakultur.ch

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