Rückblick Workshop Urbane Permakultur

Rückblick Workshop Urbane Permakultur

Baum und Gras konkurieren immer um Nährstoffe, so ist es gut das Gras im Wachstum etwas einzuschränken

Baum und Gras konkurieren immer um Nährstoffe, so ist es gut das Gras im Wachstum etwas einzuschränken

Im Workshop Urbane Permakultur im Ökozentrum von Klosterneustift, am 13. und 14. Mai 2011, wurden ein paar einfache Elemente für Balkon oder Terrasse erarbeitet. Der Großteil wurde aus Abfällen gebaut und mit Gemüse, Kräutern und Salaten bepflanzt.

Einfache Möglichkeiten in der Stadt

Eine einfache Salatampelt, gebaut aus Kanistern wird mit Kräutern bepflanzt

Eine einfache Salatampelt, gebaut aus Kanistern wird mit Kräutern bepflanzt

In der Permakultur findet man immer Wege, sich teilweise selbst zu versorgen: Fensterbank, Balkon, Terrasse, Dachgarten, Hinterhof. Eine weitere sehr gute Idee, die seit Anfang der frühen 70er Jahre um sich greift, ist Guerrilla-Gardening, Anbau auf angeeigneten Flächen, freie Grundstücke, öffentliche Plätze und Parks, Straßenränder, werden von Gemeinschaften bepflanzt und auch beerntet.

Regenfallrohr wird mit einem kleinen vertikalen Erdbeergarten aufgewertet

Regenfallrohr wird mit einem kleinen vertikalen Erdbeergarten aufgewertet

Grundsätzlich gibt es zwei Idealsysteme in der Permakultur, der Waldgarten, dem Regenwald mit seinen einzelnen Stockwerken nachempfunden und der Teich. Beide sind 3-Dimensionale Systeme im Vergleich zu herkömmlichen Getreidefeldern. So wäre ein erster Schritt zu einer dauerhaften Versorgung der Städte, Zier-Bäume und -Sträucher durch fruchttragende zu ersetzen und die leeren, vertikalen Fassaden mit Spalierbäumen und Rankgewächsen wie Wein, Kiwi, Schisandra, Kürbis, Kajote und anderen zu begrünen.

In Afrika, wo fruchtbare Erde in den Townships oft rar ist, werden vertikale Gärten in Säcken angelegt

In Afrika, wo fruchtbare Erde in den Townships oft rar ist, werden vertikale Gärten in Säcken angelegt

Wo es keine Möglichkeit gibt, Pflanzen in den Boden zu setzen, arbeitet man mit verschiedensten Behältern: Töpfen, Tonnen, Kisten, Wannen, Salatampel, Salatbaum, Kartoffelreifensilo, … Oft ist man auch auf Grund beschränkter finanzieller Mittel gezwungen mit Abfall zu arbeiten und warum soll man nicht auch zahlreiche Dinge einfach wieder verwerten! Die meisten Gemüsearten sind kein Problem in Töpfen zu ziehen, Ausnahme ist Wurzelgemüse. Auch Salate sind Problemlos. So fängt man am besten bei den Küchenkräutern an, denen eine Fensterbank genügt. Kresse liefert schnell etwas Grün fürs Butterbrot. Salate lassen sich auch in Blumentöpfen ziehen, wobei man nicht den ganzen Salatkopf abernten sollte, sondern immer nur die Blätter die man ach wirklich bei einer Mahlzeit verzehrt.

Ein vertikaler Garten in Form eines Salatbaums wird aus einem Polokalrohr gebaut, befüllt und bepflanzt

Ein vertikaler Garten in Form eines Salatbaums wird aus einem Polokalrohr gebaut, befüllt und bepflanzt

Weiter geht das Gartenexperiment mit Tomaten in größeren Blumentöpfen, Eimern oder aufgeschnittenen Kanistern, zu beachten ist, dass Tomaten sehr Krautfäule anfällig sind und gerne unter einem Dach wachsen. Bei starker Sonneneinstrahlung können selbst die Blätter und auch Früchte einen Sonnenbrand bekommen, was braune Flecken verursacht. Tomaten brauchen eine Rankhilfe und müssen aufgebunden werden. Oft reicht eine Schnur von der Decke herab entlang der man die Pflanze hochwickelt.

Wie füllen wir unsere Einkaufswägen in Zukunft? - sicher mit mehr selbst angebautem Gemüse, Salaten und Kräutern

Wie füllen wir unsere Einkaufswägen in Zukunft? - sicher mit mehr selbst angebautem Gemüse, Salaten und Kräutern

Generell sollte man auf die Wasserversorgung der Pflanzen nicht vergessen, auch eine Entwässerung sollte im Topf gegeben sein, sonnst leiden die Pflanzen oft auch sehr stark an Staunässe. Bevor sie Wasser vom Salatwaschen oder vom Ausspülen der Kaffeekanne in den Ausguss schütten, gießen sie es doch zu den Pflanzen, so leisten sie schon einen kleinen Beitrag Wasser zu sparen! Gießen kann man sich auch oft sparen, wenn man auch die Pflanzen in den Töpfen gut mulcht. Ideal dafür ist angetrockneter Rasenschnitt, der nicht klumpt und nicht zu stinken beginnt. Zur idealen Bewässerung im Topf, Eimer oder Kanister verwendet man eine Kunststoffflasche bei der man den Boden entfernt und die Flasche mit dem Hals in die Erde neben die Pflanze steckt. Diesen so entstandenen Trichter füllt man bei Bedarf mit Wasser.
Für größere Balkone und Terrassen gibt es auch spezielle Säulenobstbäume auch als Ballarinas bekannt. In dieser Zuchtform gibt es Kirsche, Apfel, Birne und Pflaume, wobei der Stamm direkt die Fruchttriebe ausbildet. Auch verschiedenes Beerenobst ist für den Balkon oder die Terrasse in ausreichend großen Trögen geeignet: Johannisbeere, Apfelbeere, Maibeere und Heidelbeere im sauren Milieu. Für Erdbeeren reicht schon oft ein Blumentopf.

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