Linzer fordern Gemeinschaftsgärten

Gemüsegarten auf der Brunnenburg, Dorf Tirol / Südtirol

Kleiner Gemüsegarten

Linzer Stadtbewohner fordern Fläche für Gemeinschaftsgärten ein

Im Rahmen des Linzer Gegentöne Festivals, Fest.Über.Leben.Reden, am Samstag den 27. Juni 2009 gab es Workshops zu den Themen: Neues Geld – Neue Welt, Armutsgefährdung und Wirtschaftkrise, Das Woher und Wohin der Krise, Was führte zur Krise, Migration als Chance, Der Dialog. Ein bewusst provokant gewählter Titel für einen Workshop war auch, „Bodenlos überleben in der Stadt“. Der Permakultur-Designer Bernhard Gruber aus Neuhofen an der Krems, stellte den Teilnehmern einfache Lösungsansätze für die Grundversorgung in der Stadt vor.

Vielfältige Möglichkeiten auch am Balkon, Gemüse, Salate und Kräuter im Salatbaum und in Töpfen

Vielfältige Möglichkeiten auch am Balkon, Gemüse, Salate und Kräuter im Salatbaum und in Töpfen

Die Permakultur versteht sich als ein Planungswerkzeug, ein Werkzeug, für eine dauerhafte, zufriedene Zukunft. Ein Werkzeug aber mit Ethik, so besagt der erste Punkt der Ethik, „Sorge für die Erde“, darin geht es um wiederherstellende Tätigkeiten, um aktiven Naturschutz und um die Erhaltung unseres Lebensraumes. Im zweiten Punkt „Sorge für die Menschen“, geht es um die Bereitstellung von Nahrung, Gesundheit, Bildung, Kunst, Kultur und soziale Gemeinschaft. Im dritten und letzten Punkt der Ethik geht es um das gerechte Teilen und so auch um die Selbsteinschränkung.

Naturheck im Frühjahr, der ideale Lebensraum für Wildtiere

Naturheck im Frühjahr, der ideale Lebensraum für Wildtiere

Die Ernährungs-Souveränität, wie auch die Energieversorgung muss wieder vor Ort hergestellt werden, so der Permakultur-Designer. Die Verantwortung darf nicht alleine auf Schultern der Landwirtschaft liegen, jeder soll einen Teil zu seiner eigenen Ernährung beitragen. Und so setzt sich die Permakultur genau mit diesen Problemen auseinander und bietet Lösungsansätze für jede Fläche. Im Gegensatz zu unserer zweidimensionalen, konventionellen Landwirtschaft, versucht man in der Permakultur gezielt die dritte Dimension zu erschließen, so nicht nur die Horizontale, sondern auch die Vertikale. Zahlreiche geflügelte Wörter wie: „Vertikale Gärten“, „Verticulture“, „Vertical Farming“ und andere schweben herum, in den USA werden bereit City-Farms in Hochhausmanier geplant, das wesentliche daran, was wir nicht aus den Augen verlieren dürfen ist, das wir wo es geht die Haftung zum Boden nicht verlieren dürfen! So gilt es die Bodenfruchtbarkeit mit Kompostierung und Mulch wieder herzustellen.

In Gemeinschaft arbeiten

In Gemeinschaft arbeiten

Es gibt auch im städtischen Raum genug freie Flächen die als Gemeinschafts- oder auch Interkulturelle Gärten genutzt werden können. Neben Möglichkeiten zum gemeinschaftlichen Anbau von Gemüse, sollten reine Blühsträucher oder Koniferen durch Fruchtsträucher ersetzt werden. So sollten auch Bäume nach ihrer Funktionalität gepflanzt werden, Bienenweide, Fruchtbaum, Windschutz, Rankhilfe, Brennholz. Hat man keinen Zugang zu freien Flächen, oder es fehlt einfach die Zeit für Aktivitäten in diese Richtung, so kann man sich auch am Balkon mit Töpfen und Trögen oder im Hinterhof mit Spalierbäumen, Rankgewächsen und Baumscheibenbepflanzungen abhelfen.

Kleiner Guerrilla-Garten ideal genützt, im Fordergrund der Bach und hinten die Mauer

Kleiner Guerrilla-Garten ideal genützt, im Fordergrund der Bach und hinten die Mauer

Im Workshop „Bodenlos überleben in der Stadt“ meldeten sich spontan Teilnehmer, die im Stadtgebiet von Linz einen ökologisch geführten Gemeinschaftsgarten nutzen möchten. Es gilt dazu in den nächsten Wochen eine Arbeitsgruppe zu bilden, weitere Interessierte einzuladen und einen oder mehrer Plätze in Linz zu finden. Idealvoraussetzung ist Erreichbarkeit zu Fuss und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Es geht gezielt darum, aufwändig gepflegte Rasenflächen in produktive Kulturen mit Gemüse, Kräutern, Beeren und Obst zu verwandeln.

Mitmachen kann grundsätzlich jeder, der an der Arbeit im Garten und in Gemeinschaft Freude findet. Informationen über bereits laufende Projekte, wie auch die Weiterverbreitung dieser Initiative sind ausdrücklich erwünscht.

Selbsternteflächen sind Flächen die öffentlich oder privat sind, wo jeder das Obst ernten kann. Auf der verlinkten Karte können solche Standorte mit Beschreibung eingetragen werden: Fruchtgenuss

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