Projekt-Team „MiakWadang“ besucht oberösterreischische Permakultur-Projekte

Miak Wadang ist ein ganzheitliches, nachhaltiges Entwicklungsprojekt für Dörfer im Bezirk Melut in der oberen Nil-Provinz des Süd-Sudans. Über 25 Jahre Bürgerkrieg, 2,5 Mio Tote, 3,5 Mio Vertriebene sind zu beklagen, jetzt geht es darum in dieser eigentlich sehr fruchtbaren Region eine neue Infrastruktur aufzubauen. Zielsetzung ist die Umsetzung der von den Vereinten Nationen beschlossenen Milleniumsentwicklungsziele:

  • Extreme Armut und Hunger beseitigen
  • Grundschulbildung für alle Kinder gewährleisten
  • Gleichstellung der Frauen fördern
  • Kindersterblichkeit senken
  • Gesundheit der Mütter verbessern
  • HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen
  • Ökologische Nachhaltigkeit gewährleisten
  • Globale Partnerschaft für Entwicklung aufbauen
Bernhard Gruber, Permakultur-Designer; Mary Akuot Ruun und Lual Ruun Projektleiter im Sudan; Dr. Herbert Bronnenmayer, Projektleiter in Österreich; Stefan Mayrhofer, Biobauer Bad Zell

Vlnr.: Bernhard Gruber, Permakultur-Designer; Mary Akuot Ruun und Lual Ruun Projektleiter im Sudan; Dr. Herbert Bronnenmayer, Projektleiter in Österreich; Stefan Mayrhofer, Biobauer Bad Zell

Seit 30 Jahren bestehen durch Dr. Herbert Bronnenmayer, welcher von 1978 bis 1983 einen Basisgesundheitsdienst um Melut aufgebaut hat, Kontakte in die Region. Nach dem Friedensschluss ist es jetzt wieder möglich das Gebiet zu besuchen, so wurde im April letzten Jahres das Projekt „Miak Wadang“ mit dem Projektleiter von einst, Dr. Haruun Ruun, dem jetzigen Minister für humanitäre Angelegenheiten des Sudan, neu initiiert. Zu diesem Zweck wurde auch der Verein „MiakWadang“ mit Obmann Herbert Bronnenmayer gegründet. (www.miakwadang.at)

Für einige Tage befanden sich die Projekt-Leiter vom Sudan, die Frau des Ministers, Mary Akuot Ruun und der Sohn, Lual Ruun in Österreich um Kontakte zu knüpfen, für ihre Sache zu werben und Informationen einzuholen. So besuchten sie gemeinsam mit dem österreichischen Projekt-Team am Freitag, dem 19. September 2008, auch drei oberösterreichische Permakultur-Projekte. Zusammengestellt und durch den Tag geführt wurde die Tour von Bernhard Gruber einem oberösterreichischen Permakultur-Designer.

Am Vormittag startete die Rund am Permakultur-Projekt „Weberhäusl“ der Familie Gruber in Wels. HansAlexander Hader, Spes-Akademie; Lual Ruun Projektleiter im Sudan; Johannes Meinhart, Regionalmanagement Oberösterreich; Erika und Hans Hermann Gruber; Mary Akuot Ruun Projektleiterin im Sudan; Bernhard Gruber, Permakultur-Designer; Katharina Weiss, Spes-Akademie

Vlnr.: Alexander Hader, Spes-Akademie; Lual Ruun Projektleiter im Sudan; Johannes Meinhart, Regionalmanagement Oberösterreich; Erika und Hans Hermann Gruber; Mary Akuot Ruun Projektleiterin im Sudan; Bernhard Gruber, Permakultur-Designer; Katharina Haider, Spes-Akademie

Hermann Gruber versucht seit Anfang der 1990er Jahre nach dem Vorbild von Bill Mollison und Robert Hart einen Waldgarten zu etablieren. Neben einer großen Vielfalt an Pflanzen findet man verschiedenste Elemente aus der Permakultur: Sonnenfallen, Hügelbeete, Hochbeete, ein kleines Lastragendes Strohballenhaus, Kräuterspirale, ein von Hühnern beheiztes Anzuchtgewächshaus, Komposttoiletten und vieles mehr. Hier befindet sich auch der Vereinssitz von Perma-Norikum, einem Verein zur Verbreitung der Permakultur. (www.perma-norikum.net) Im Sommer 2007 wurde hier ein Permakultur-Zertifikatskurs mit Joe Polaischer abgehalten, ein weiterer Zertifikatskurs ist für den Sommer 2009 geplant.

Nächste Station war der Mischkultur-Betrieb der Familie Langerhorst in Waizenkirchen. Margarete und Jakobus arbeiten auf ihrem Land seit den frühen 1970er Jahren und sind weit über die österreichischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Sie haben es geschafft, ein für sie perfektes System aus Kleinklimazonen, Mischkulturanbau auf kleinen Flächen, Kompostwirtschaft und regionaler Vermarktung aufzubauen. Es wird versucht, möglichst Boden schonend, ohne die Erde zu wenden zu arbeiten und eine reiche Humusschicht aufzubauen, so haben auch Schädlinge wie Schnecken keine Chance. Neben biologischem Gemüse werden auch zahlreiche dauerhafte Früchte wie Beerenobst, Obst und Nüsse geerntet.

Mary Akuot Ruun, Projektleiterin im Sudan und Bernhard Gruber, Permakultur-Desinger

Mary Akuot Ruun, Projektleiterin im Sudan und Bernhard Gruber, Permakultur-Desinger

Letzter Programmpunkt auf dieser Permakultur-Besichtigungstour war der Biohof von Stefan Mayrhofer in Bad Zell. Angeleitet von Ideen Sepp Holzers, stellt Stefan seinen 4 ha Milchwirtschaftsbetrieb auf biologische Freilandschweine und Hochlandrinder um. Dazu errichtete er ein Koppelsystem mit Erdställen aus Lärchenholz, welche auch zwischendurch als Lagerräume verwendet werden können. Bei jedem Erdstall gibt es eine Tränke mit gefasstem, frischem Quellwasser. Nun gilt es auch noch das ehemalige Weideland mit Hecken zu säumen, um geeignete Kleinklimazonen zu schaffen, Obstbäume und Beerensträucher zu pflanzen und der eine oder andere mit Quellwasser gespeiste Naturteich soll errichtet werden.

Alles in allem konnte der Projekt-Gruppe um Dr. Bronnenmayer und die Familie Ruun ein informatives, vielfältiges Programm geboten werden. Natürlich ist klar, dass man Ideen von hier nicht 1:1 in Afrika umsetzen kann, doch Denkanstöße und neue Sichtweisen konnten sicher auf den Weg mitgegeben werden. Zudem gibt es auch schon in den verschiedensten Regionen weltweit und auch in Afrika erfolgreiche Permakultur-Projekte. Die Permakultur versteht sich nicht nur als ein ganzheitliches Planungssystem, es stehen auch die drei Punkte: Sorge für die Erde, sorge für die Menschen, teile gerecht und schränke dich ein, der Ethik im Mittelpunkt.

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