Erste Schritte im Wald-Wasser-Garten Einjoch in Hueb / Eggendorf im Traunkreis

Am einfachsten werden Zaunpfähle mit dem Frontlader eine Traktors in den Boden gedrückt
Da mir selbst mein Hausgarten etwas zu eng wurde und ich nicht immer nur auf das Waldgartenprojekt meines Vaters in Wels, wo ich aufgewachsen bin, verweisen wollte, war ich schon längere Zeit auf der Suche nach landwirtschaftlicher Fläche. Im Jahr 2010 bin ich dann doch endlich auf ein Grundstück gestoßen, dass von der Größe her gut passt. Natürlich war mir auch die Entfernung zu meinem Wohnort sehr wichtig. – Eine Strecke, die man zur Not auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen kann. Die ehemalige Feuchtwiese mit einer Pappel-Monokultur bestockt in Eggendorf im Traunkreis bot sich günstig an und so verbrachte ich die erste Hälfte des Jahres 2010 mit Kaufabwicklung und warten auf den Bescheid der Grundverkehrskommission. Im Juli wurde dann entschieden, dass ich das Grundstück als „Nicht-Landwirt“ erwerben kann. Nach unserer Rückkehr Ende Oktober aus Tansania ging ich dann die weiteren Behördenwege an um meine Ideen verwirklicht zu bekommen.

Zaunpfähle aus Robinienholz halte im Boden bis zu 50 Jahre
Mit Anfang März waren dann Rodungsbewilligung und Naturschutzbewilligung durch und ich konnte endlich starten. Das erste nach der Rodung der Pappelmonokultur, war die Errichtung eines Zauns zum Schutz meiner Pflanzungen, da bei Sonderkulturen die Jagdpächter keine Haftung für Wildverbiss übernehmen müssen. Eingezäunte Flächen sind von der Jagd ausgenommen. Nächster Schritt war die Einfassung des Geländes mit einer Hecke aus Wildobstpflanzen wie Weißdorn, Schlehdorn, Hundsrose, Felsenbirne, Haselnuss und Eberesche.

Das Aufteilen der Zaunstiedln brauche mehr Zeit als das in den Boden drücken
Am Mittwoch den 6. April wurden die Zaunstiedln zum Schutz des künftigen Waldgarten gesetzt. Damit die Pfähle auch noch nach längerer Zeit wieder verwendet werden können, hab ich mich auf die Suche nach idealen Zaunpfählen gemacht. Es standen mehrere Varianten zur Auswahl, Pfähle aus Recycling-Kunststoff, alte Wasserleitungsrohre und Pfähle aus Holz. Da ich keinen Produzenten von Zaunpfählen aus Robinienholz in Österreich fand, machte ich mich im Internet auf die Suche und fand Handelsfirmen in der Schweiz und in Deutschland, konnte dann aber auch ein paar Produzenten in Ungarn ausfindig machen.

Knochenarbeit automatisiert: Zaunpfähle eindrücken anstatt einschlagen
Doch war es mir ein wenig zuwider, dass wegen meinem Bedarf jemand diese weite Wegstrecke auf sich nehmen muss, so fragte ich Karl Schardax, Bionoah GmbH, der neuerdings ein Permakultur-Projekt in einem deutschsprachigem Dorf in Rumänien unterhält und alle drei Wochen mit Auto und Anhänger voll runter und leer wieder nach Hause fährt. Er meinte er hätte durchaus Produzenten auf der Wegstrecke und könnte mir die Pfähle besorgen.

Objektstudie Mandaladach mit übrigen Zaunpfählen
Es ist aber dann noch besser gekommen, er hat dann mehr oder weniger das halbe Dorf mit meinen Zaunpfählen für ein paar Tage beschäftigen können und das Holz dazu kam von seinem Permakultur-Projekt. Wieder zurück in Österreich brachte er mir dann die Zaunstiedln vorbei. In der Zwischenzeit hab ich auch die Naturschutzrechtliche Bewilligung für meinen Waldgarten mit ein paar Auflagen bekommen und kann so jetzt auf einen baldigen Baggereinsatz hoffen, denn ein Teich kann das dreidimensionale Ebenbild zum Waldgarten darstellen. Sind diese umfassenden Erdarbeiten geschehen, geht es mit dem Pflanzen von Sträuchern und Bäumen los, was aber auch möglichst bald geschehen soll.

Eine einfache Davinci-Brücke, gelegt aus Robinienpfählen
Für das Aufteilen der Pfähle brauchten wir gute zwei Stunden, das war auch die meiste Arbeit, dann kam uns Franz, ein Bauer aus Eggendorf zum Eindrücken der Pfähle mit seinem Traktor zu Hilfe. Reihum drückte der Traktor mit seinem Frontlader gut 100 Pfähle in einer halben Stunde in den Boden, das zeigt wieder einmal das der Einsatz von Energie immer genau zu bedenken ist. Hätten wir die Zaunstiedln mit der Hand eingeschlagen, hätte es uns sicher mehr als zwei Tage schwere Knochenarbeit gekostet und so war diese Arbeit in kürzester Zeit erledigt.

Über 600 Pflanzen wie Weissdorn, Schlehdorn, Felsenbirne, Hundsrose, Eberesche und Haselnuss warten darauf gepflanzt zu werden.
Nach getaner Arbeit starteten Manfred, der mir an diesem Tag half, noch eine kleine Objektstudie, wir versuchten mit den übrigen Zaunpfählen eine Mandala-Dachkonstruktion zu legen, das gelang uns auch sehr gut, doch einige Probleme bereitete uns dann eine selbsttragende Brückenkonstruktion die schon die alten Römern verwendeten und auch von Leonardo da Vinci wieder aufgegriffen wurde. Hier war nicht nur unsere Muskelkraft sondern auch unser Hirnschmalz gefordert!

Franz und Uli bei der Zaunmontage. Gut 300 lfm Zaun wurden zum Schutz der Neupflanzung aufgestellt.
Bei weiteren Aktionen halfen mir Franz Hörmanseder und Ulrike Maier bei der Zaunmontage, beim Pflanzen 100er Heckenpflanzen wie Schlehdorn, Weißdorn, Besenginster, Hundsrose, Eberesche, Felsenbirne und Haselsnuss. Diese Pflanzen sollen nicht nur Schutz bieten, ein ideales Mikroklima schaffen und die Diversität erhöhen, sie sollen auch als Wildobst genutzt werden können. Der Zaun war zum Großteil gebraucht und stellte auf seinen beinahe 300 lfm eine Herausforderung dar, in gemeinsamer Arbeit machte dies aber auch Spaß.
Vor der Obstbaumpflanzung sollte noch der Bagger eingesetzt werden und das Gelände gestalten. Ich achtete darauf, was das Land hergibt, denn es gab zuvor schon Flächen die sehr feucht und morastig waren und diese nutzte ich in der Planung für die Teichanlage. Jedoch sollte es auch kein herkömmlicher Teich sein. So ziehen sich jetzt Wassergräben schlangenförmig durch das Gelände. Weitere Details zur Wasserbiotopanlage.

Jeder Baum erhält zur Unterstützung eine Baumscheibenbepflanzung und eine dicke Mulchdecke gegen den Unkrautdruck
Nach dem mein Wassersystem angelegt war und auf den lange ersehnten Regen wartete, konnte ich mit der Pflanzung der ersten Obstbäume beginnen. Als Starthilfe bekam jeder Obstbaum eine Baumscheibenbepflanzung bestehend aus drei bis vier Beerensträuchern wie Johannisbeere, Jostabeere, Stachelbeere, Maibeere oder Apfelbeere, Kräuter, Zwiebelgewächse, Erdbeeren und teilweise auch einen Weinstock dazu. So stellt schon jeder mit einer Baumscheibe bepflanzte Baum einen kleinen dreidimensionalen Garten dar, in der Summe ergeben diese dann einen Waldgarten.